Warum ich das hier baue, und warum öffentlich
Blogtour planen. Abfragen, wer wann was macht. Leseexemplare verschicken. Notieren, wer was bekommen hat. Nachschauen, ob daraus eine Rezension wurde. Und wenn eine Anfrage kommt, Cover, Klappentext und Autorenfoto wieder neu zusammensuchen, aus drei Ordnern und zwei Geräten.
Die Werkzeuge dafür: eine Tabelle. Ein Formular. Das Gedächtnis. Noch eine Tabelle. Und zig Nachrichten über Instagram und WhatsApp, in denen dann steht, was eigentlich in der Tabelle stehen müsste.
Das habe ich jahrelang an unserem Küchentisch mit angesehen. Meine Frau schreibt Romane, und vor jedem Erscheinungstermin verliert sie dieselbe Zeit an dieselben Dinge.
Das ist kein Marketing, das ist Verwaltung
Der Unterschied ist wichtig, weil er erklärt, warum es so wehtut. Marketing kann man abgeben, verschieben oder auch mal sein lassen. Die Verwaltung drumherum nicht: Jemand hat ein Exemplar bekommen und wartet auf eine Antwort. Eine Frist läuft. Ein Beleg fehlt. Diese Aufgaben sind nie fertig.
Genau das macht sie teuer. Nicht die Stunde am Schreibtisch, sondern die Unruhe daneben.
Es gibt Software für so etwas, sie ist nur für Marketingabteilungen gebaut. Sie fragt nach einem Team, einem Kampagnenbudget und einer Freigabestufe. Für eine Person mit einem Buch und einem Feierabend passt das nicht. Also baue ich jetzt das, was mir an unserem Küchentisch gefehlt hat.
Warum ich das öffentlich mache
Ich könnte ein halbes Jahr im Stillen bauen und dann etwas Fertiges hinstellen. Ich glaube nur nicht, dass dabei das Richtige herauskäme.
Sie benutzt es seit Juni jeden Tag, und damit habe ich genau einen Arbeitsalltag, an dem ich das prüfen kann. Das hilft, aber es ist eben nur einer. Was bei ihr klemmt, muss bei dir nicht klemmen. Wenn ich hier aufschreibe, woran ich gerade sitze, kann jemand widersprechen, bevor ich drei Monate in die falsche Richtung baue. Das ist mir mehr wert als eine Überraschung zum Schluss.
Der zweite Grund ist unbequemer. Öffentlich zu bauen heißt, auch das zu zeigen, was nicht klappt. Beim ersten Durchlauf mit den Leseexemplaren habe ich vergessen zu notieren, aus welcher Charge sie stammten, und musste es hinterher rekonstruieren. Solche Sätze schreibt man nicht gern. Sie sind aber der einzige Grund, warum man einem Werkstattbericht glaubt.
Was hier stehen wird
Kein Marketing-Tagebuch. Entscheidungen, Irrwege, Zwischenstände. Dazu Recherchen zu Dingen, die Autorinnen und Autoren gerade wirklich treffen, auch wenn sie nichts mit dem zu tun haben, was ich baue.
Wenn davon etwas für deine eigene Buch-PR abfällt, umso besser. Und falls du selbst schreibst: Woran hängst du gerade, wenn ein Buch draußen ist? Schreib es mir, vier Fragen, ungefähr zwei Minuten. Woran es bei den meisten hakt, baue ich zuerst.
Ich baue das hier beschriebene Werkzeug öffentlich. Warum, steht hier.